Die preisbasierte Optimierung der Einspeisung regelt der Speicherhersteller über einen FENECON Batteriespeicher mit 1.288 kWh Kapazität und das Energiemanagementsystem FEMS. Dabei verfolgt das Projekt einen Ansatz, der für immer mehr Betreiber von gewerblichen Photovoltaikanlagen relevant wird: Die Vermarktung erfolgt nicht unabhängig vom Anlagenbetrieb, sondern wird als integraler Bestandteil des intelligenten Energiemanagements am Standort betrachtet: unter kontinuierlicher Berücksichtigung der verfügbaren Speicherkapazität, des erwarteten Eigenverbrauchs und der viertelstündlichen Marktpreissignale. Ziel ist es, vorhandene Flexibilität wirtschaftlich nutzbar zu machen und die Erlöspotenziale des volatilen Strommarkts besser zu erschließen.
Erste Betriebsergebnisse zeigen bereits deutliche Erlösvorteile durch die Verschiebung des Einspeisezeitpunkts. Gleichzeitig verdeutlicht das Projekt, wie sich Energiemanagement, Speichersteuerung und Direktvermarktung technisch miteinander verbinden lassen.
Ausgangslage: Speicherflexibilität soll marktorientiert genutzt werden
FENECON entwickelt Batteriespeicher und Energiemanagementlösungen für private, gewerbliche und industrielle Anwendungen. Am Unternehmensstandort in Iggensbach betreibt das Unternehmen eine Photovoltaikanlage mit 512 kWp installierter Leistung, einen Batteriespeicher vom Typ FENECON Industrial L mit 736 kW Leistung und 1.288 kWh Kapazität sowie das Energiemanvagementsystem FEMS.
Während Batteriespeicher traditionell vor allem zur Eigenverbrauchsoptimierung eingesetzt werden, gewinnen mit zunehmender Preisvolatilität am Strommarkt zusätzliche Anwendungsfälle an Bedeutung. Insbesondere die gezielte Verschiebung von Einspeisemengen von unvorteilhaften Niedrigpreis- in profitable Hochpreisphasen eröffnet neue Erlöspotenziale.
Aktuelle Batteriesysteme und veränderte gesetzliche Regelungen bieten inzwischen deutlich bessere Voraussetzungen, um Erzeugung, Verbrauch, Speicherbetrieb und Vermarktung aufeinander abzustimmen. Doch bei der Umsetzung stellen sich viele Betreiber größerer PV-Speicher-Systeme die Frage: Mit welchen Systemen und Anbietern lässt sich die vorhandene Speicherflexibilität wirtschaftlich optimal nutzen?
Für FENECON lag es daher nahe, die eigene Anlage als Referenzprojekt für die Kombination aus Energiemanagement, Batteriespeicher und Spot-Direktvermarktung zu nutzen. Allerdings handelt es sich nicht um ein isoliertes Pilotprojekt, sondern um eine Weiterentwicklung der bestehenden Direktvermarktung, die bereits heute zeigt, wie sich durch optimierte Dispatch-Strategien signifikante Mehrerlöse realisieren lassen.

PV-Anlage und Batteriespeicher von FENECON:
- Photovoltaikanlage: 512 kWp
- Ausrichtung: Süd, Ost und West
- Standort: Iggensbach
- Batteriespeicher: FENECON Industrial L
- Speicherleistung: 736 kW
- Speicherkapazität: 1.288 kWh
- Energiemanagementsystem: FEMS auf Basis von OpenEMS
- Direktvermarktung über LUOX Direktvermarktung seit Februar 2026
Die Lösung: Preisoptimierte Verschiebung der Einspeisung und Direktvermarktung mit Börsenpreiskopplung
FENECON verarbeitet vor Ort mit dem FEMS Erzeugungsprognosen, Verbrauchsprognosen, Speicherzustände sowie weitere energierelevante Informationen und erstellt daraus einen Energiefahrplan für den Standort. Dabei greift das System auf lokale Messdaten, Prognosemodelle und digitale Zwillinge verschiedener Energiekomponenten zurück.
Neben der Photovoltaikanlage und dem Batteriespeicher können auch weitere flexible Verbraucher in die Optimierung einbezogen werden. Dazu zählen beispielsweise digitale Zwillinge von Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur, Heizstäbe oder individuell definierte Smart Events.
Auf Marktseite regelt LUOX Energy die flexible Vermarktung des eingespeisten Stroms: präzise und transparent zu viertelstündlichen Börsenpreisen. Dafür bindet sie die Anlage ein in den eigenen Bilanzkreis und nutzt KI-gestützte Prognosen und den Intra-Day-Handel zur Reduzierung von Ausgleichskosten.
Für die Zusammenarbeit wurde gemeinsam mit der LUOX Energy eine Control API entwickelt. Über diese Schnittstelle können energiewirtschaftlich relevante Informationen zwischen Energiemanagement und Vermarktung ausgetauscht werden. Dadurch entsteht eine durchgängige Optimierungskette vom Anlagenbetrieb bis zur Vermarktung.
Anders als bei einer klassischen überschussbasierten Einspeisung werden Erzeugung, Verbrauch, Speicherbetrieb und Vermarktung nicht isoliert betrachtet, sondern innerhalb eines gemeinsamen Optimierungsansatzes.
Spot-Direktvermarktung als entscheidende Voraussetzung für die flexible Einspeisung mit einem Batteriespeicher
Die wirtschaftliche Nutzung von Speicherflexibilität setzt voraus, dass Mehrerlöse auf der Grundlage von Marktpreissignalen tatsächlich beim Anlagenbetreiber ankommen können. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einer Vermarktung zum monatlichen Marktwert und der LUOX Direktvermarktung zu viertelstündlichen Börsenstrompreisen.
Im Marktwertmodell erhalten Anlagenbetreiber unabhängig vom tatsächlichen Einspeisezeitpunkt weitgehend denselben Vergütungsansatz. Die wirtschaftlichen Vorteile einer gezielten Einspeisung in Hochpreisphasen werden dadurch nur eingeschränkt sichtbar.
Bei der Spot-Direktvermarktung wird dagegen jede Viertelstunde zum tatsächlichen Day-Ahead-Preis vermarktet. Preisunterschiede zwischen Mittagsstunden, Abendstunden und Nachtstunden werden unmittelbar abgebildet. Erst dadurch entsteht ein wirtschaftlicher Anreiz, vorhandene Speicherflexibilität aktiv einzusetzen und Vermarktungszeitpunkte zu optimieren.
Für Projekte wie das von FENECON sind preisliche Flexibilität und Transparenz zentrale Voraussetzungen. Die Einspeiseoptimierung durch den Speicher allein schafft noch keinen Mehrwert. Entscheidend ist das Zusammenspiel: Der wirtschaftliche Effekt entsteht erst dann, wenn die Flexibilität über ein entsprechendes Vermarktungsmodell monetarisiert werden kann.
Höhere Erlöse mit dem PV-Speicher: erste Ergebnisse mit preisbasierter Einspeisesteuerung
Da die zeitoptimierte Einspeisung erst vor kurzem eingerichtet wurde, existiert bislang noch keine ausreichende Datenbasis für eine fundierte wirtschaftliche Auswertung über einen längeren Zeitraum.
Einzelne Betriebssituationen verdeutlichen jedoch bereits das grundsätzliche Potenzial: Am 19. Mai konnten zwischen 18:30 Uhr und 01:00 Uhr insgesamt 334,8 kWh aus dem Speicher zu einem Durchschnittspreis von rund 15,6 ct/kWh vermarktet werden. Im Vergleich zu einer Einspeisung zur Mittagszeit mit etwa 7,5 ct/kWh entspricht dies einer Verdopplung des spezifischen Marktwerts.
Die laufende Datenauswertung wird zeigen, welche Erlössteigerungen sich daraus langfristig im Regelbetrieb ergeben.
FENECON und LUOX Energy: eine langfristige Partnerschaft
Die Zusammenarbeit zwischen FENECON und LUOX begann bereits vor der Integration der Direktvermarktung. Bereits 2025 wurde der dynamische Stromtarif LUOX Dynamisch in FEMS integriert. Anwender können dadurch Strombezug, Speicherladung und flexible Verbraucher auf Basis aktueller Börsenstrompreise optimieren.
Mit der Integration der Direktvermarktung soll dieser Ansatz künftig auf die Einspeiseseite erweitert werden. Damit soll eine durchgängige Energieoptimierung für Erzeugung, Verbrauch, Speicherbetrieb, Netzbezug und Stromvermarktung ermöglicht werden.
FENECON-Geschäftsführer Herr Feilmeier zeigt sich überzeugt von der Zusammenarbeit

Gerade für Betreiber gewerblicher und industrieller PV-Anlagen mit Batteriespeichern eröffnet die preisoptimierte Einspeisung neue Möglichkeiten. Während klassische Energiemanagementsysteme häufig auf Eigenverbrauch und Lastmanagement fokussiert sind, rückt zunehmend die Optimierung des gesamten Energieportfolios in den Mittelpunkt. Der Geschäftsführer von FENECON, Franz-Josef Feilmeier sieht entsprechend Potenzial in der Kooperation: „Mit unseren Batterien und dem Energiemanagementsystem FEMS geben wir Betreibern die Möglichkeit, ihre PV- und Speicheranlagen intelligent zu steuern. So kann Einspeisung gezielt an Marktsituationen angepasst werden. In Kombination mit LUOX Direktvermarktung wird diese Flexibilität direkt in zusätzliche Erlöse übersetzt. Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit und auf die damit verbundenen Chancen.“
Regulatorische Verbesserungen für Speicherprojekte in Aussicht
Parallel zur technischen Entwicklung verändert sich auch der regulatorische Rahmen. Mit dem Projekt 'Marktintegration von Speichern und Ladepunkten' (MiSpeL) arbeitet die Bundesnetzagentur an neuen Regelungen für die Integration von Batteriespeichern in die geförderte Direktvermarktung. Insbesondere die geplante Abgrenzungsoption für größere Anlagen dürfte künftig zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, um Speicher flexibel für Eigenverbrauch, Strombezug und Vermarktung einzusetzen. Viele Marktakteure erwarten, dass dadurch die wirtschaftliche Bedeutung intelligenter Speichersteuerung und präziser Fahrplanführung weiter zunehmen wird.
Einspeisesteuerung mit FENECON Batteriespeichern und LUOX Direktvermarktung als Geschäftsmodell
Das Projekt von FENECON zeigt, wie sich Energiemanagement, Batteriespeicher und Spot-Direktvermarktung zu einem integrierten Gesamtsystem verbinden lassen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Vermarktung einzelner Strommengen, sondern die koordinierte Optimierung von Erzeugung, Verbrauch, Speicherbetrieb und Vermarktung.
„Volatile Strompreise machen Flexibilität zum entscheidenden wirtschaftlichen Faktor. Gemeinsam mit FENECON zeigen wir, wie Betreiber durch die gezielte Verschiebung von Einspeisung zusätzliche Erlöse erzielen: wenn Speicher, Steuerung und Stromprodukt optimal zusammenspielen,“ betont unser Geschäftsführer Christian Chudoba.
Für Betreiber größerer PV-Anlagen und Speicherprojekte liefert das Projekt von FENECON einen konkreten Einblick, wie sich vorhandene Flexibilität wirtschaftlich nutzen lässt. Die ersten Betriebsergebnisse bestätigen bereits das Potenzial dieses Ansatzes. Mit zunehmender Marktvolatilität und weiterentwickelten regulatorischen Rahmenbedingungen dürfte seine Bedeutung in den kommenden Jahren weiter wachsen.


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