Die Wirtschaftlichkeit vieler PV- und Windenergieanlagen hängt heute stärker denn je von der Wahl der passenden Vermarktungsstrategie ab. Während Anlagenbetreiber lange gut mit der Direktvermarktung zum monatlichen Durchschnitts-Marktwert auskamen, zeigt sich zunehmend: Dieses Modell wird für immer mehr Anlagen zum Nachteil.
Die Strom-Direktvermarktung zu 15-minütigen Börsenstrompreisen bietet dagegen für viele Erzeugungsanlagen strukturelle Vorteile. Dafür gibt es mehrere Gründe, welche wir in diesem Artikel genauer beschreiben möchten.
Begünstigende Faktoren für die Direktvermarktung zu Börsenpreisen
1. Hohe Preisvolatilität
Der Ausbau der Erneuerbaren und weitere Faktoren führen Jahr für Jahr zu starken Schwankungen an der Strombörse: mit negativen Preisphasen in den Mittagsstunden und hohen Preisspitzen am späten Nachmittag. (siehe Grafik unten) EEG-Anlagen mit einem atypischen oder gar antizyklischen Einspeiseprofil können diese Preisunterschiede nutzen und deutlich höhere Erlöse erzielen.
Die Voraussetzung: der eingespeiste Strom wird zu aktuellen Spotmarktpreisen vermarktet. Denn der monatliche Marktwert ist ein geglätteter Durchschnitt und bildet kurzfristige Preisunterschiede nicht ab – dadurch bleiben potenzielle Mehreinnahmen ungenutzt.
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2. Sinkende Marktwerte in den sonnenreichen Monaten
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass der Marktwert Solar ausgerechnet in den sonnenreichen Monaten April, Mai und Juni stark gesunken ist: teilweise unter 2 ct/kWh. (siehe Grafik unten) Das heißt, dass ausgerechnet in jenen Monaten, in denen PV-Anlagen technisch am leistungsfähigsten sind, kaum Rendite erwirtschaftet wird: aufgrund niedriger Marktwerte. Die Direktvermarktung zu Börsenpreisen hingegen ermöglicht genau in diesen Monaten die höchsten Erlössteigerungen.

3. Neue Regularien – Entfall der Marktprämie
Das Solarspitzengesetz vom Februar 2025 und weitere Maßnahmen des Gesetzgebers der jüngeren Vergangenheit dienen dem Zweck, flexible, preisbasierte Energiestrategien zu fördern. Für Einspeiser ist insbesondere der Wegfall der Marktprämie bei negativen Strompreisen ein gravierender Einschnitt, welcher zu deutlichen Einnahmeverlusten führen kann. Nach dem 25. Februar 2025 installierte Anlagen verlieren ihre Förderung in Zeiten negativer Preise komplett. Für Anlagen aus den Jahren 2016 bis 2025 gelten mildere Regelungen, welche je nach Vorgabe ebenfalls zu einem anteiligen Verlust der Marktprämie führen.
Die Lösung: Eine gezielte Abregelung der Anlagen bei Negativpreisen oder ab einer bestimmten Preisgrenze kann vor Einnahmeverlusten schützen. Die Voraussetzung für eine solche gezielte preisbasierte Abrechnung ist allerdings die flexible Direktvermarktung zu Börsenpreisen.
4. Freiwillige Abregelung bei Negativpreisen durch den Direktvermarkter
Einige Direktvermarkter bieten daher für jüngere Anlagen standardmäßig eine preisbasierte Abregelung bei negativen Strompreisen an. Bei LUOX Energy wird die Abregelung automatisch vorgenommen: hocheffizient und ohne manuelle Fehler.
Unseren Berechnungen im Jahr 2025 zufolge konnten jüngere Anlagen durch die Abregelung bei negativen Strompreisen durchschnittlich 9 % höhere Vermarktungserlöse erzielen als im Marktwertmodell. Auch Anlagen ohne Förderung (in der sonstigen Direktvermarktung) profitieren von der freiwilligen preisbasierten Abregelung.
Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Wissensartikel zur automatischen Abregelung bei Negativpreisen.
5. Preisoptimierte Einspeisung mit Batteriespeichern
Batteriespeicher können heute nicht nur zur Eigenverbrauchsoptimierung eingesetzt werden, sondern auch, um niedrige Preise gezielt zu vermeiden und stattdessen in Hochpreisphasen einzuspeisen. Anlagenbetreiber können Preisschwankungen so gezielt nutzen, um die Rendite zu steigern. Unterm Strich sind so Mehrerlöse von mehr als 10 ct/kWh für jede optimiert eingespeiste Kilowattstunde möglich. Den MiSpeL-Plänen der Bundesnetzagentur zufolge soll künftig auch der Netzbezug mit PV-Speichern möglich sein, ohne dass der Förderanspruch entfällt.
Für welche PV- oder Windenergieanlagen ist die Spot-Direktvermarktung besonders profitabel?
1. Jüngere Erzeugungsanlagen
Für jüngere Anlagen gelten Regelungen zum Wegfall der Marktprämie bei negativen Strompreisen – hier greift die Kombination: Spot-Direktvermarktung und preisbasierte Abregelung bei Negativpreisen. Das führt durchschnittlich zu 9 % höheren Vermarktungserlösen im Vergleich zum Marktwertmodell. Auch etwas ältere Anlagen aus den Jahren 2016 bis 2025 können aufgrund der für sie geltenden abgeschwächten Marktprämienregelungen von einer preisbasierten Abregelung profitieren.
2. Anlagen mit einem günstigen Einspeiseprofil
Anlagen mit einem günstigen Einspeiseprofil: wetterbedingt, durch die Ausrichtung der Module oder durch Nachführfunktion können mehr Strom ins Netz einspeisen, wenn die Preise höher sind. Durch die Änderung der technischen Parameter einer Anlage kann die anlagenspezifische Capture Rate beeinflusst werden (zum Beispiel durch Nachführung, oder durch Ost-West- statt Süd-Ausrichtung). Damit wären die Mehrerlöse durch die Spot-Direktvermarktung noch höher.
3. Anlagen mit einem intelligenten Batteriespeicher und Energiemanagementsystem
Modernisierte Anlagen mit intelligentem Batteriespeicher können die flexible Vermarktung zu Strombörsenpreisen besonders effizient nutzen und signifikante Mehreinnahmen erzielen. Im Winter kann der Speicher künftig mit einem dynamischen Stromtarif zusätzlich preisoptimiert beladen werden und so die Stromkosten senken.
4. Erzeugungsanlagen ohne Förderung
PV- oder Windenergieanlagen ohne Förderung (z.B. Post-EEG-Anlagen), die durch automatische Abregelung oder andere Maßnahmen zeitoptimiert einspeisen, können Einnahmen erzielen, welche die entfallene Förderung kompensieren oder übersteigen.
Maximieren Sie Ihre Erlöse mit der LUOX Direktvermarktung
Mit LUOX Direktvermarktung können Sie Ihren Überschussstrom gewinnbringend zu Börsenpreisen vermarkten. LUOX Energy bietet ein verlässliches und transparentes Preismodell – sowohl für Betreiber mit Eigenverbrauch und kleineren Anlagen als auch für große Windparks und PV-Freiflächenanlagen.
Fazit
Die Direktvermarktung zum monatlichen Marktwert hat ein strukturelles Problem: Sie bildet die tatsächlichen Marktbedingungen nur sehr ungenau ab. Der Durchschnittspreis berücksichtigt nicht die teils sehr hohen Preisschwankungen, die sich im Viertelstundentakt an der Börse ergeben. In der Praxis bedeutet das, dass einige Betreiber mit dem vermeintlich sicheren Marktwert-Modell Erlöschancen verpassen, welche sich durch die Einspeisung in Hochpreisphasen ergeben. So entstehen ungeahnte Opportunitätskosten, welche die Wirtschaftlichkeit der Erzeugungsanlage beeinträchtigen.
Mit der Direktvermarktung zu viertelstündlichen Börsenstrompreise können Anlagenbetreiber Hochpreisphasen nutzen, um signifikante Mehreinnahmen zu erzielen und die Wirtschaftlichkeit ihrer PV- oder Windenergieanlage zu steigern.



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